• Nachdem ich Anfang 2025 den Weg in die Welt der Plugs gefunden habe, benötigte ich natürlich auch adäquates Schneidewerkzeug, da diese Darreichungsform des Tabaks zuweilen eine Konsistenz aufweist, die Ziegelsteinen nicht gänzlich unähnlich ist 😂.

    Anfänglich mußte, zum blanken Entsetzen der Regierung, unser Brotmesser herhalten. Auch Versuche mit dem feinsten Messeraufsatz des Pommesschneiders (Absicht war, mit einer Hebelbewegung Kuben von 2-3 mm Kantenlänge zu verfertigen) stießen weder auf Gegenliebe, noch gelangen sie technisch. Die Endreinigung des Gerätes war zudem äußerst mühsam.

    Also mußte ein Plugschneider her, den ich für schmales Geld bei Ebay erstand:

    Mast- und Schotbruch

    Sven ⚓️

  • So sieht nun das gußeiserne Modell der Firma Drux aus den 1920ern aus, nachdem ich es bei Freunden sandstrahlen ließ, es mit Hammerite Hammerschlaglack zweifarbig bepinselte und auf einem mit Petersburger Schellack lackierten Nußbaumbrett montierte.

    Mir gefällt die Lackierung in Racing Green und Gold; zudem ist das Messer meiner kleinen Guillotine trefflich scharf 😉.

    Mast- und Schotbruch

    Sven ⚓️

  • Hi Sven,

    diese Art von „Pluschneider“ sind recht verbreitet. Ich habe auch so ein Teil sehr ähnlicher Bauart, hübsch restauriert und die Klinge rattenscharf geschliffen. Die runde Öffnung verweist auf die Verwendung zum Schneiden/Konfektionieren von Strangtabak und hauptsächlich Zigarren/Stumpen. Für die von uns verwendeten rechteckigen Plugs eher nicht gebaut.

    Kannst auch mal hier im Archiv zum Thema schauen, es gibt auch Freihandkünstler mit Japanischen Messern.

    Nachteil der runden Öffnung ist halt dass es mit rechteckigen Plugs etwas kippelig wird, und zum Ende hin wird es schwierig. Auch hat der Escudoähnliche Prügel von Peter Heinrichs nicht durch die Öffnung gepasst…aber für den leider nicht mehr erhältlichen Motzek Strang sehr gut.

    Ich hab mir zusätzlich einen „Wurstschneider“ gekauft der die vorgenannten Nachteile eliminiert (aber mit Japanmesser kann ichs auch…;))

    Happy cutting

    Rainer

    Glaube nicht an Dinge von denen du nur Echos und Schatten kennst (Japanisches Sprichwort)

    Glaube versetzt selten Berge, Aberglaube immer ganze Völker (Rafik Schami)

  • hübsch und urchig ist er auf jeden Fall, Dein Plugschneider!

    ------------------
    Gruss, Phil - Sounds mean nothing without music (Jerry Goldsmith, film composer) | Pipes mean nothing without a silver ring... (Phil, Pete smoker)

  • Hi zusammen,

    hier mal noch zwei Bilder zum Thema… nachdem der Klüverbaum hier so bissel die Runde gemacht hatte…

    Stilleben mit Wurstschneider/Küchenschneider, Jap. Messer (idealerweise einseitig geschliffen, für Rechts- oder Linkshändler) und das antiquierte Ding ganz rechts was wir manchmal Plugschneider nennen…mit den entsprechend oben angeführten Nachteilen:

    Und hier das „Küchengerät“ in Aktion, ideal für alle Plugs mit rechteckigem Querschnitt…selbsterklärend…rechteckiger Anschlag und so…

    Gibts in Amazonien für ca. 25€, also weniger wie für ein Dösel von dem Segelschiffholzprügel.

    Happy puffing (und auf die Fingerchen uffgebasst)

    Rainer

    Glaube nicht an Dinge von denen du nur Echos und Schatten kennst (Japanisches Sprichwort)

    Glaube versetzt selten Berge, Aberglaube immer ganze Völker (Rafik Schami)

    • Offizieller Beitrag

    Moin,

    eine gute, preiswerte Lösung sind auch Optinel Messer. Diese kultigen Taschenmesser sind für einen schmalen Taler immer zu bekommen und der Stahl lässt sich rasiermesserscharf schärfen. Sind genausowenig oder gut zum Entfernen der Fingerkuppen geeignet, wie alles andere.

    P.S. Als "günstiges" Schneidbrett eignet sich übrigens ein Stück eines alten Ledergürtels. Dieser ist auch als "Abziehleder" gut geeignet, wenn man sich mal in die Welt der "Schärfe" einarbeiten möchte ;)

  • Moin zusammen,

    zum Opinel sei mir ein kleiner Hinweis gestattet:
    es gibt welche aus INOX und die anderen;) und die anderen sind die wirklich scharfen, weil die einen härteren Stahl haben mit höherem Eisenanteil, dessen Nachteil aber auch ist, dass sie rosten, wenn man sie nicht gut pflegt. Aber die lassen sich in kleinerem Winkel schleifen und behalten ihre Schärfe länger. Daraus resultiert ein weiterer Nachteil, dass ie Schneide bei nicht sachgemäßer Verwendung ausbricht (das sieht man nicht, aber es gibt kleinste Fehler in der Schneide) und dann muss das Messer komplett neu geschliffen werden.

    Gruß Jens

    Die schlimmste Weltanschauung ist die Weltanschauung von Leuten, die die Welt nie angeschaut haben.

    Alexander von Humboldt

  • Moin zusammen,

    zum Opinel sei mir ein kleiner Hinweis gestattet:
    es gibt welche aus INOX und die anderen;) und die anderen sind die wirklich scharfen, weil die einen härteren Stahl haben mit höherem Eisenanteil, dessen Nachteil aber auch ist, dass sie rosten, wenn man sie nicht gut pflegt…

    Gruß Jens

    Mein lieber Jens,

    dann gestatte ich mir auch einen kleinen Hinweis zum Opinel:

    Hättest du vor Jahren die neuesten Nachrichten aus der Bayrischen Landeshauptstadt genauer verfolgt, wäre es gelungen dich dahingehend zu belehren, dass ein Opinel viel zu basic und schnöde und billig ist, also wenn Klappmesser, dann MUSS das ein Laguiole sein, klar, nä? 8o

    Kleiner Ausflug in die Metallurgie… In der Tat sind nicht rostfreie Stähle härter und erlauben einen schärferen Schliff. Das liegt aber nicht am „höheren Eisenanteil“ sondern am höheren Kohlenstoffgehalt, deswegen werden sie oft auch Karbonstähle genannt. Die höhere Härte erkauft man sich aber auch mit erhöhter Sprödigkeit…also Flaschen öffnen oder Blechbüchsen aufhebeln ist nicht empfohlen.;) Japaner kombinieren oft diesen Karbonstahl mit einem der weniger Kohlenstoff hat und somit etwas „elastischer“ ist. Vorne an der Schneide guckt dann der Karbonstahl raus. Dass solche Messer nicht rostfrei sind nimmt man gern in Kauf, und es ist ja nicht so dass die einem unter den Fingern wegrosten und etwas Pflege verlangen, allerdings taugen sie nicht für die zahlreichen TV Kochshows wo alles auf Hochglanz poliert und auf Marketing ausgerichtet ist. Alexander Herrmann hat sogar seine „Eigenmarke“ AH. Ob man die in seinen Küchen zu 100% einsetzt sei mal dahingestellt…

    Happy puffing

    Rainer

    PS: Einem Diskurs Opinel vs. Laguiole hab ich mich schon vor langer Zeit entzogen, mit einem Marjacq…;)

    Glaube nicht an Dinge von denen du nur Echos und Schatten kennst (Japanisches Sprichwort)

    Glaube versetzt selten Berge, Aberglaube immer ganze Völker (Rafik Schami)

  • Opinel vs Laguiole?

    Der auffällige Hang zum Prätentiösen hat mich als Hanseat bei der Münchner Runde immer etwas verwundert 😉.

    Dennoch habe ich mich bei der Lektüre des Blogs immer königlich amüsiert und es als humoristisches Stilmittel aufgefaßt 😂.

    Mast- & Schotbruch

    Sven ⚓️

    Mast- und Schotbruch

    Sven ⚓️

  • Das trifft die Sache sehr gut, Sven. Mittels einer Tastatur hat man üblicherweise eine andere Hemmschwelle verglichen mit einem face-to-face meeting, denn die Protagonisten sind durch die Bank weg liebe nette Leute, generell bodenständig wenn auch teils mit einem etwas erweitertem Horizont in unterschiedliche Richtungen…;) Besonders amüsant die Dialoge zwischen dem mit niederheinischen Migrationhintergrund und einem Österreichischem Pädagogen…:lol:

    Happy puffing

    Rainer

    Glaube nicht an Dinge von denen du nur Echos und Schatten kennst (Japanisches Sprichwort)

    Glaube versetzt selten Berge, Aberglaube immer ganze Völker (Rafik Schami)

  • Servus Rainer,

    danke Dir für die kohlenstoffhaltige Erläuterung und Weiterbildung;) Man wird so alt wie eine Kuh und lernt doch immer noch dazu.

    Ob Laguiole besser ist als Opinel mag ein jeder für sich, seinen snobistischen Fähigkeiten entsprechend, entscheiden, ich habe beide und beide erfüllen auf ihrem Gebiet ihren Zweck auf das Vortrefflichste:thumbup:

    Scharfe Grüße

    Die schlimmste Weltanschauung ist die Weltanschauung von Leuten, die die Welt nie angeschaut haben.

    Alexander von Humboldt

  • Servus,

    Laguiole ist eine Gegend in Frankreich, in der es über 100 verschiedene Messerschmieden gibt. Viele gute, aber auch allerhand mässige Qualität. Die Spitzenprodukte kommen von der Manufaktur, Forge de laguiole. Auch andere sehr gute Betriebe wie Benoit d'Artisan stellen hervorragende Messer her. Da aber der Begriff Lagiole nicht geschützt ist, ist auch jede Menge Schrott u.a. aus China unterwegs, das diese Bezeichnug irreführender Weise trägt. Die allgemeine Behauptung ein laguiole Messer sei das non plus ultra, lässt sich also per se nicht halten. man muss da schon sagen, welches.

    Der Vergleich zwischen Opinel und Laguiole (Forge) ist nicht ganz fair. Opinel fertigt sehr gute einfache Gebrauchsmesser. Laguiole (die echten) fertigt Kunstwerke. Der Vergleich ist etwas so als würde man VW Golf und mercedes S klasse vergleichen oder auf dieses Forum übertragen: Bang mit Stanwell. Beide erfüllen ihren Zweck, beide schmecken, aber für den Liebhaber von Pfeifen ist es ist halt ein Unterschied.

    Soweit empfohlen wird, für Plugs einseitig geschliffene Messer zu benutzen, rate ich hier zur Vorsicht. Die Klingen sind zwar sehr scharf, aber extrem empfindlich und brechen sehr schnell, speziell, wenn sie aus Carbonstahl gefertigt wurden.

    Gruß

    Stephan

    • Offizieller Beitrag

    Moin,

    die Art und Weise des Umgangs miteinander, hat mich immer von der "Münchner Runde" abgehalten. Die künstlich abgehobene Art und ein zum Teil schon extrem devotes Verhalten einzelner Teilnehmer dem "König" gegenüber, bis hin zu Tieftauchprozessen in anale Regionen des Herrschenden, fand ich schon recht ekelhaft.

    Die Karbon-Opinel sind sehr gute Gebrauchsmesser und man kann sie recht einfach extrem scharf halten. Zu meiner Überraschung werden diese sogar in der Sterne Gastronomie als Steakmesser eingesetzt (obwohl es hier doch einiges für diesen Zweck auf dem Markt gibt). Ich selber nutze den Horl-Rollenschleifer, allerdings für extreme Kandidaten auch mit einer Scheibe aus "Belgischen Brocken". Damit konnte ich zu Raucherzeiten extrem dünne Scheiben erzeugen. Für mich war die Funktion wichtiger, als der aufgedruckte Name.

    Ein Opinel ist bei Flusslieferanten schon für unter 10 € zu bekommen. Für unter 20€ bekommt man sogar eine Größe, welche für den Kocheinsatz taugt.

    Gruß

    Dirk

  • hab ein Opinel. Und irgendein anderes tolles Messer.
    Zum Plug schneiden nehme ich aber meistens ein altes Frühstücksbrett und ein Küchenmesser. Oder eines der Taschenmesser, die mir mein Opa vor 50 Jahren geschenkt hat.

    iwie stelle ich keine einschneidenden Unterschiede fest ;)
    und wenn erstmal die Asche im Becher ist….ist das schneiden schon ganz weit weg.
    fertig werden. weitermachen.

    PS:
    in meiner Jugend gab es in Hamburg noch den Schlachthof. In den Straßen drumherum, gab es ne Menge Geschäfte die mit Arbeitsmaterial handelten. Neu & Gebraucht. Da haben die Profis (Köche) ihre Messer gekauft. Vorzugsweise gebrauchte Messer aus den Schlachtbetrieben. Vor allem Ausbeinmesser - die waren nach Jahren des Schleifens ganz schmal.
    Gibt nichts besseres - hat mir ein befreundeter Koch mal geschworen.
    …naja den Schlachthof gibt’s nicht mehr. Ist jetzt Kunst&Kultur und Szenebereich.
    Die Geschäfte sind auch weg.

    2 Mal editiert, zuletzt von Ben (23. April 2026 um 11:56)

  • Ich habe auch ein professionelles Messer zweckentfremdet 😂. Es ist aus Chirurgenstahl und sauscharf 😲.

    Mit dem alten Drux Tabakschneider fabriziere ich Flakes, die ich mit dem Messer weiter zu Würfeln verarbeite, oder aufreibe. Ein echtes Laguiole dafür herzunehmen fände ich etwas übertrieben.


    Mast- & Schotbruch

    Sven ⚓️

    Mast- und Schotbruch

    Sven ⚓️

  • Hi Schnippler,

    falls das hier eine Marken-Weltmeisterschaft wird, werfe ich noch was in den Ring…

    Hab seit Jahrzehnten diese „Windmühlenmesser“ aus Solingen, die klassische Version aus Karbonstahl. Die sind immer noch rattenscharf, liegt wohl nicht nur am Stahl selber sondern auch am Schliff*. Ich kenn auch einen Instrumentenbaumeister, der schwört auf die Dinger…

    Natürlich hat diese Solinger Firma dem Markt entsprechend ihr Sortiment erweitert mit Edelstahl, Japanische Messerformen, uvm…

    Nundenn …Jeder weis dass wir uns hier auf gefährlichem Tärräng bewegen, deshalb,

    Uffgebasst

    Rainer

    *) @ Ben…apropos Metzger… Wir hatten vor Ort einen Laden für alles was Metzger so brauchen…Därme, Schnüre, Gewürze, Eis, uvm. …und natürlich Messer von renommierten Herstellern. Er hatte auch einen Messerschleifer irgendwo auf der anderen Rheinseite an der Hand. Der hat wohl so gut geschliffen dass viele Metzger zwar ein fabrikneues Messer gekauft haben, aber es erst mal dagelassen zum Nachschleifen bei dem Meister…interessant…

    @ Dirk…das Rollenschleifer Komplettset von Horl hab ich auch…kostet mittlerweile ein kleines Vermögen, aber es sieht wohl so aus als wenn es jetzt „me too“ Produkte deutlich günstiger gibt. Qualität und Handhabung keine Ahnung, aber Raketenwissenschaft ist es ja eigentlich keine.

    Glaube nicht an Dinge von denen du nur Echos und Schatten kennst (Japanisches Sprichwort)

    Glaube versetzt selten Berge, Aberglaube immer ganze Völker (Rafik Schami)