Tabac Benden‘s Three Monks - Rezension

  • 1. Einleitung
    Wenn ein deutsches Tabakhaus den Versuch unternimmt, die Aura einer Legende neu zu beleben, ist ihm die gespannte Aufmerksamkeit der Pfeifenfreunde gewiß. Mit Three Monks bietet Tabac Benden, Düsseldorf eine Mischung an, die unübersehbar als Reverenz an das berühmte Three Nuns von Bell’s, England gedacht ist. Es handelt sich dabei nicht um eine schlichte Kopie, sondern um eine ernsthafte Hommage, die die Seele des Klassikers einfängt und zugleich in die Gegenwart überführt.

    2. Optik & Schnitt
    Die Mischung präsentiert sich als Curly Cut in überwiegend mittel- bis dunkelbraunen Farbtönen, durchsetzt mit helleren goldenen und rötlichen Virginia-Strängen. Dunklere Blättchen deuten auf den Anteil an Kentucky und Périque hin. Der Schnitt der Scheiben ist präzise und zeugt von handwerklicher Sorgfalt.

    3. Kaltaroma
    Bereits beim Öffnen der Dose wird die Struktur des Blends erkennbar: eine warme, leicht honigsüße Virginia-Basis, begleitet von einer erdigen, nussigen Tiefe des Burley und der rauchig-würzigen Herbheit des Kentucky. Der Périque tritt im Hintergrund hinzu, leise pfeffrig und fruchtig, gleichsam ein Schatten, der Spannung verspricht.

    4. Rauchverlauf

    Anfang
    Schon in den ersten Zügen offenbart Three Monks seine Vielschichtigkeit: Die Virginias setzen mit heller Süße ein, während Kentucky sofort eine dunklere, kräftigere Dimension hinzufügt – herb, leicht rauchig, fast lederhaft. Der Burley sorgt für Fülle und Trockenheit, während der Périque mit einer diskreten Würze den Gesamteindruck abrundet.

    Mitte
    Im weiteren Rauchverlauf entfaltet sich eine bemerkenswerte Balance. Die Virginias vertiefen ihre Süße, fast karamellartig. Kentucky bleibt stets präsent und sorgt für eine herzhafte, kernige Grundierung, die der Mischung Ernst und Gewicht verleiht. Burley wirkt stabilisierend, während der Périque mit abwechselnd pfeffrigen und fruchtigen Noten subtile Akzente setzt. Es entsteht ein Bild von Harmonie zwischen Süße und Würze, zwischen hellen und dunklen Tönen.

    Finale
    Gegen Ende treten Kentucky und Périque stärker hervor: kräftig, würzig, mit einer Spur Bitterkeit und Trockenfrucht. Die Virginias verlieren etwas von ihrer Leuchtkraft, bleiben aber das tragende Fundament. Der Abbrand ist gleichmäßig und problemlos, die Asche hellgrau, Rückstände sind kaum vorhanden.

    5. Stärke & Raumnote
    Die Nicotinstärke ist gehoben, ohne ins Übermäßige zu gehen – ein Tabak, der sowohl befriedigt als auch fordert. Die Raumnote ist erdig, tabakig und würzig - eher weniger gefällig für die Umgebung.

    6. Fazit
    Tabac Benden‘s Three Monks ist weit mehr als ein deutscher Versuch, ein berühmtes Vorbild zu spiegeln. Er ist eine ernsthafte, eigenständige Interpretation, die in ihrer Struktur der klassischen Three Nuns-Rezeptur – Virginia, (Kentucky) und Périque – deutlich näher steht als viele andere moderne Mischungen. Wer das Original vermißt, findet hier keine (sic!) identische Wiedergeburt, wohl aber eine respektvolle Annäherung, die die Qualitäten des Vorbilds in würdiger Weise fortschreibt.

    Mast- und Schotbruch

    Sven ⚓️

  • Hi Sven,

    feines Review !:thumbup:
    Über die Zeit haben die drei mit Gott verheirateten Mädels wohl immer mal inspiriert…

    Spontan denk ich an die Three Friars von C&D und an die nicht mehr hergestellten Klöbber von Daniel/Synjeco, Bad Nun und Bad Nun 2.

    Happy puffing

    Rainer

    Glaube nicht an Dinge von denen du nur Echos und Schatten kennst (Japanisches Sprichwort)

    Glaube versetzt selten Berge, Aberglaube immer ganze Völker (Rafik Schami)

  • Hallo Sven und Rainer,

    es gab auch von Lane mal die "Four Monks". Damit setzt sich die Reihe der Klosterinsassen fort ;)

    Beste Grüße

    Rolf :)

    Bevor man eine Frage beantwortet, sollte man immer erst eine Pfeife anzünden. Pfeiferauchen trägt zu einem einigermaßen objektiven und gelassenen Urteil über menschliche Angelegenheiten bei.– A. Einstein rauch10t5rz3.gif

  • Oh! Danke Rolf, diese vier Mönche gingen mir wohl durch die Lappen…

    Happy puffing

    Rainer

    PS: Man könnte ja mal über eine Steigerung dieser klerikalen Tabake nachdenken. Wie wäre es denn mit Five Tebartze ? ;) Bestehend aus den erlesensten CNO (Cost No Object) Tabaken und einem Topping von Danziger Goldwasser…:P

    Glaube nicht an Dinge von denen du nur Echos und Schatten kennst (Japanisches Sprichwort)

    Glaube versetzt selten Berge, Aberglaube immer ganze Völker (Rafik Schami)

  • Wenn man diese klerikalen Tabake steigerte, würde ich natürlich für den Papst optieren 😉. Das müßte dann wohl Weihrauch sein 😂


    Mast- und Schotbruch

    Sven ⚓️

    Mast- und Schotbruch

    Sven ⚓️