Beiträge von TheStoneOfThor

    Ich wollte es wirklich nicht, schwöre. Aber ich konnte es nicht lassen und habe auf der bekannten Versteigerungsplattform

    an einer zugegebenermaßen übergroßen Rattray's The Good Deal Coloss 147 mitgeboten. Da auch dort nicht so viel los

    war, ist das nagelneue Ding für rund 40 Kröten an mich gegangen.



    Und ich muss sagen, die ist wieder richtig gut verarbeitet. Die Maße des Brummers:

    Länge 151mm, Höhe 63mm (!), Brennkammer 24mm weit und 45mm tief, ganze 16,5cm³!



    So, jetzt ist das Ding da, was packe ich da rein? Hab noch keine Ahnung, aber Flake/Plug wird es wohl nicht

    werden. Vielleicht nehme ich den Kontor-Tabak 33 dafür...



    Die Pfeife ist wieder erstaunlich gut verarbeitet, aber mit gut 85g eine halbe Hantel. Also nix

    zum lockeren Im-Mundwinkel-Halten, sondern eine Couch- und Spaziergangspfeife.


    Gruß


    Thorsten

    Gud´n Mittag,


    bis das Review von mir hier erscheint, habe ich normalerweise den Tabak noch in weiteren Pfeifen geraucht,

    auf nüchternen Magen, abends nach dem Essen, nach anderen Pfeifen oder als erstes oder auch mal öfter

    nacheinander geraucht. Immer empfinde ich ihn etwas anders. Aber die Pfeifen machen schon einen großen

    Anteil am Geschmackserlebnis. Für mich ist es so, dass sich die eine oder andere für diesen Tabak aufdrängt,

    manchmal vor dem Start, manchmal erst im weiteren Verlauf. Ja, die Pfeifen machen echt was aus, hatte ich

    bei meinen Anfängen auch nicht gedacht. Kann die abgerockteste sein oder das neue Stück, super gereinigt

    oder zugecaket, wer weiß? Versuch macht wie immer kluch...

    Normalerweise stehe ich auf Pfeifen mit Silber- oder Holzapplikationen am Übergang zum Mundstück, aber

    bei Virginias oder VA mit wenig PE greife ich immer wieder zur Stanwell Royal Guard 87. Nicht mein Shape

    und ziemlich simpel, aber da trumpft sie voll auf. Bei ihr reduzier ich auch nur selten den Cake und

    Salz/Alk-Reinigung mache ich nur im Notfall.


    Gruß


    Thorsten

    Hallo Frank,


    das freut mich. Natürlich ist das ein Bisschen Arbeit, aber vieles ergibt sich schon beim Rauchen

    des Brennstoffes. Ich trage bei neuem Material meine Erfahrungen in eine Kladde (ähnlich wie Rainer)

    und setze mich dann ans Werk, wenn meine Frau mich aus dem Wohnzimmer vertreibt ;).

    Besonders freue ich mich, wenn mir das Testobjekt auch entsprechend dem Aufwand Spaß

    macht, so wie hier. Und wenn ihr Spaß dran habt...


    Frohe Ostern

    (aber nicht auf dem Balkon, das Wetter ist echt <X)


    Thorsten

    Resümee



    Als der Tabak im Jahre 2014 auf den Markt kam, hatte ich ihn gleich probiert, war
    aber mit seinem gleichbleibenden Geschmacksbild nicht wirklich glücklich geworden.
    Das hat sich nun geändert. Ich weiß nicht, ob die Zusammensetzung ein Lifting
    erfahren hat oder ob ich einfach eintöniger geworden bin… Ne, nee, glaub ich nicht.


    Vielleicht liegt es auch daran, dass ich fast nur noch Flakes und Plugs rauche, aber
    dieser Plug hat es mir wirklich angetan. Vielleicht hatte ich ihn auch zu sehr mit
    dem 3Ps verglichen. Ich mag ihn sehr gerne, seine Sanftheit, die cremige Fülle des
    Rauches mit seinen dunklen Virginias, ein schöner Feierabend-Tabak, den ich da
    grad rauche, und das aus deutschen Landen. Ich habe ihn seither regelmäßig geraucht
    und er geht weg wie geschnitten Plug. Ich werde mal zwei Blöckle ins Glas packen.


    Ich habe ihn auch noch in einer recht schmalen, hohen Wessex Jahrespfeife von
    2001 geraucht (schrecklicher Lacküberzug) und ihn vorher 3 Stunden (!) trocknen
    lassen bei recht trockenem Endwinterwetter und da hat er gerade mal 4% Wasser
    abgegeben, da brannte er besser, aber alles in allem war nicht mehr rauszuholen.
    Da brannte er so fix, dass die 5,2g in anderthalb Stunden weg waren.


    Er schreit auf jeden Fall stets nach dem Stopfer, der auch mal kräftiger angewendet
    werden muss, da sich gerne feste Asche/Tabak-Strukturen aufbauen. Die Raumnote
    ist süßlich und eher unauffällig, Kritik muss er wohl nur von hartgesottenen
    Nichtrauchern ertragen.
    Meine uneingeschränkte Empfehlung hat er, mit 10,25€ für 50g-Plugtabak ist er auch
    wirklich erschwinglich.



    Bewertung:


    Geschmacksintensität:  Laue Luft / Nett, aber dünn / Ausgeglichen / Dicht / Überwältigend


    Nicotin-Punch:                Cola / Milchkaffee / Schwarzer Tee / Doppelter Espresso / Kaffeeinstantpulver mit dem Suppenlöffel


    Aromatisierung:             Taschentuch unparfümiert / Frisch gewaschene Wäsche / Kuchen im Backofen / Duftbaum / Teermaschine


    Raumnote:                       Blümchen / Neue Ledergarnitur / Tabakfabrik / Wohnzimmer-Lagerfeuer / Scheidung


    Zungenaggressivität:    Glas Milch / Prickeln / kurzer Zungenstress / langzeitiger Zungenstress / kurzer Zungenbrand / langzeitiger Zungenbrand


    Empfehlung:                   Besser nicht probieren / Kann man probieren / Sollte man probieren / Muss man probieren / Wer nicht probiert ist selber schuld





    „Trust me. I´m the leading expert on my own opinion.”

    DTM


    Salty Dogs



    Plug-Tabake üben schon lange eine Faszination auf mich aus. Dem Pfeifenanfänger
    werden gerne zu Beginn krass saucierte Tabake im Erdbeer-Créme-Melange-Style
    angedreht, die bei mir schon fast zur frühen Aufgabe führten. Flakes, Plugs und Curlies
    seien schon mal gar nichts für Anfänger, postulieren viele Gurus und dementsprechend
    auch viele Verkäufer. Alles Quatsch, milde und geschmacksflache Kräuter führen viel
    häufiger zur Hobby-Aufgabe durch falsche Rauchtechnik, das wusste Sir Alfred Dunhill
    bereits vor über 70 Jahren zu berichten.


    Bei diesem Tabak haben sich die Herren rund um Herrn Apitz zu einer besonders
    schönen Tabak-Werbe-Prosa hinreißen lassen:

    „In längst vergangener Zeit, als imposante Segelschiffe die „Sieben Meere“ kreuzten,
    wurden englische Matrosen vom Volksmund auch „Salty Dogs“ genannt. Sie trugen stets
    Sorge, einen taschengerecht gepressten Block süßen Virginiatabaks bei sich zu haben, von
    dem sie in Rauchpausen ein Scheibchen abschnitten, um es zu zerreiben und aus ihren
    Cutty-Pfeifchen zu rauchen. In schwerem Wetter bissen sie auch einfach ein Stückchen
    ab und genossen es als stimulierenden Kautabak.

    Ausgesucht süße Virginias mit einer kleinen Prise Perique und klassisch veredelt mit
    karibischem Rum wurden über längere Zeit in der Presse gereift. Das Ergebnis ist ein
    dunkelbrauner, vollmundig-süffiger Pfeifentabak traditioneller Art, der Ihnen einen
    angenehm kühlen und weichen Rauchgenuss beschert. Anders als ein gewöhnlicher
    Flaketabak wurde er nicht in Scheiben geschnitten, sondern im Stück als echter
    „Plug Tobacco“ verpackt. Genießen Sie ihn aus Pfeifen mit kleinerem Füllvolumen.“


    Das hat doch was Urwüchsiges, weckt den Seebären im Manne, oder nicht?

    Bei mir auf jeden Fall, bin ich in meiner Jugend doch jeden Sommer auf die Planken
    geschickt worden. Und trotz dem bekannten holländischen Wetter zur besagten
    Jahreszeit ist die Faszination an den segelnden Zeitgenossen geblieben. Jetzt möchte
    ich sehen, ob das auf für deren Tabak gilt.



    Tabakbild


    Der Tabak kommt im Pouch ins Haus und er lag schon länger im Schrank. Dann muss er
    auch zeitnah weg, dachte ich mir und riss die Verpackung auf, was sich aber als gar nicht
    so einfach herausstellte. Hier wurde massiv verschweißt. Als das Beutelche endlich
    zerfetzt war, guckte mich ein kleiner Block im Kunststoff-Seitling an. Dan Pipe
    verschweißt ihn nochmals in PP-Folie. Vorbildlich!



    Raus aus der zweiten Haut präsentiert sich ein sehr dunkler Tabak-Block mit einer Länge
    von 66mm bei 32mm Breite und 20mm Dicke. Von der Farbe her geht das dunkle Braun
    schon ins schwarz über mit einzelnen hellen Stippen. Das Ganze erinnert schon schwer
    an eine dunkle Schokolade, so mit 70% Kakao oder mehr, mit Mandelsplittern.



    Der Geruch des Blockes verstärkt das Ganze noch, kaum tabakig, eher süß mit einer
    leichten Süßholznote. Die Vernunft hält aber das Gebiss vor voreiligen Aktionen zurück,
    der Plug ist knochenhart, da bröselt nix. Seine aus ganzen Blättern bestehende Oberfläche
    hat einen matten, leicht speckigen Glanz, doch abfärben, oder gar abblättern, tut da nichts.
    Um ihn rauchen zu können kann man ihm vielleicht einen ordentlichen Schlag geben und
    einzelne Platten kleinknistern, aber wenn ich schon einen Plug rauche, dann wird er
    natürlich ordentlich geschnitten. So schneide ich mit dem Biltong-Messer
    Flake-Scheiben in der Größe 32x20x1-2mm.





    Pfeife 1


    Links Pfeife 1: Stanwell Royal Rouge 11 Mitte Pfeife 2: Stanwell Featherweight 304 Rechts Pfeife 3: Biermann Billiard


    Ganze vier dieser Scheibchen bereite ich nach Rubbel/Roll-Methode für die Meerschaum-
    bewehrte Stanwell Royal Rouge 11 vor und bringe sie so in den 10cm³-mittelgroßen Kopf,
    der sich bei vielen für Flakes durchgesetzt hat. Damit liegen da nun 5g Brennmaterial. Dichter
    Stoff. Daher der Tipp mit den kleinen Köpfen…


    So aufgearbeitet fühlt er sich etwas feucht und ölig an, der Zug ist super-leicht. Der Kaltgeschmack
    geht in die Richtung Lakritz und, tatsächlich, Rum, aber nicht unbedingt der strohige. Feuer
    mag der Tabak zunächst gar nicht und er verlangt nach viel Gas für das zweifache Vorglühen.
    Vielleicht muss ich ihn doch vorher etwas auftrocknen. Aufbäumen tut er sich aber nicht
    so arg.
    Beim Start ist er sehr Virginia-süß, Süßholz und Rum sorgen für eine kompakte Verwobenheit.
    Brotnoten und fruchtige Töne von Trockenobst in einem süßlichen Geschmack, ja, Perique
    gibt seinen Teil hinzu. Sofort merke ich: Aus, der brennt ja gar nicht. Hatte ich schon erwartet,
    doch da „enttäuscht“ er mich. Cremiger, satter Rauch. Der Rum spielt hier, wenn überhaupt,
    eine verbindende Rolle. Auch das in vielen Aromaten mit der Maurerkelle hinzugefügte
    Süßholz tritt im angezündeten Zustand brav in den Hintergrund und ist eher ein Gefühl. Der
    Tabak erzeugt am hinteren Gaumenbereich eine leichte, trockene Bitterkeit. Beim ersten
    Nachzünden erzeugt er was Kondensat und bäumt sich nun stärker auf. Danach ist er gleich
    wieder da, malzig und süßer, dunkler Virginia.


    Ich muss allerdings sehr regelmäßig in kleinen Zügen daran arbeiten, den Tabak am brennen
    zu halten. Trotzdem wird er nicht heiß, der Pfeifenkopf bleibt handwarm. Im Rauchverlauf
    legt die Süße etwas zu, ist der Tabak knapp mittelstark beim Zünden, überschreitet er jetzt
    leicht die Mittelmarke. Nach einer Stunde 40 Minuten wird er etwas holzig, das kann aber
    daran liegen, dass es 10 Minuten später Schluss ist und das Rauchholz etwas spendet.


    Nach dem Ausschütten der Asche sieht die Pfeife normal feucht aus, der Filter hat schon viel
    weggeschnappt, was man ihm anmerkt. Für mich überraschend ist, das die Pfeife aber nicht
    stark verschmutzt ist. Die Asche ist hellgrau mit ein paar unverbrannten „Brett“stücken.




    Pfeife 2


    So so, kleine Pfeifen. Kann ich auch und benutzte die Stanwell Featherweight Sand
    304, eine Half Bent mit knapp mittlerem Volumen von 8cm³. Dafür nehme ich drei
    Flake-Scheiben, die trotz längerem Trocknen gerade mal ein Prozent Wasser
    freigeben, und bringe sie per Knick und Falt in den Kopf ein. Wieder recht spack,
    die 4,9g. Das quittiert mir der Tabak auch mit schnellem Ausgehen und flachem,
    heißem Rauch. Ich muss ganz schön oft stopfen und nachzünden bis sich der
    gewünschte Geschmack einstellt. Aber auch die kleine Pfeife brennt eine Stunde
    und 35 Minuten und fabriziert eine sehr fluffige hellgraue Asche mit einem höheren
    Anteil unverbrannter Stücke. Der Pfeifenkopf sieht sehr trocken aus, der Meerschaum-
    filter aber verfärbt und feucht.



    Pfeife 3


    Filterlos kann man ihn bedenkenlos rauchen und da ich den größeren Pott bisher
    besser fand, fällt die Wahl auf eine Volker Biermann Billiard mit größerem Füllvolumen
    von 11,5cm³. Mit 22mm-Kopfweite stellt sie selbst noch die Stanwell 11er in den
    Schatten. Die 5,5g Tabak-Scheiben werden quasi in den Kopf gekugelt. Wie üblich
    verbrauche ich sehr viel Gas um ihn ans Laufen zu kriegen. Der Zug ist aber wie

    gewohnt sehr leicht, noch leichter, da ohne Filter. Zündhölzer würde ich erst gar
    nicht versuchen, doch wenn er brennt, produziert er einen satten, sehr süffigen,
    fülligen Rauch. Nichts drängt sich in den Vordergrund, der Rum rundet angenehm ab.
    Beim Feuern kann er oFi schon was kräftiger werden. Der Tabak ist so aber zu
    feucht und braucht eine Menge Relights (Hatte ich schon angemerkt, dass ich
    dringend meine Gier zügeln muss…?). Doch alles in allem ist er oFi nicht so
    glattgezogen, zeigt die einzelnen Aromen akzentuierter, was mir gefällt, auch wenn
    er gerne mal ein Tröpfchen Kondensat verschleudert. Häufiger Pfeifenreiniger-
    Einsatz ist also angezeigt. Ich halte ihn NUR eine Stunde 50 Minuten am Glimmen,
    dann will er nicht mehr. Bringt nix ihn zu quälen, doch die Asche ist eher
    dunkelgrau und noch einiges unverbranntes, feuchtes Material da.
    OK, oFi dann doch lieber in einer kleineren Pfeife.

    Hallo Rolf,


    Du musst mir unbedingt verraten, wo Du solche Schätzchen ausgräbst.

    Dass sie NUR eine Butterseite hat ist doch Latte. Das Mundstück ist der
    Hammer, das jemand sowas herstellt, Respekt.


    Viel Freude damit. Berichte mal, wie sich das Mundstück so verhält,

    ich meine, so Holz auf Holz.


    Gruß


    Thorsten

    Hallo Rolf,


    das nenne ich mal eine punktgenaue Landung.

    Die dürfte sich von Shape und Finish schön in Deine Kollektion einreihen

    und trägt dazu noch Deinen Namen. Hört sich nach einer Traumkombination
    an. Viel Freude an und mit dem neuen Rauchholz...


    Thorsten

    Hallo Phil,


    ja, Rattray's hat mich schon voll am Wickel. Das sind die klassischen Shapes, die mich

    da überzeugen. Das kann ich nicht unbedingt von der Verarbeitungsqualität sagen,

    aber das ist man ja selber Schuld, kann man ja auch zurückschicken. Die letzte

    Pfeife beim Händler habe ich vor langer Zeit in der Hand gehabt...

    Prinzipiell gibt es überall Qualitätsschwankungen, hatten wir ja gerade mit Rainer's

    Peterson, bei meiner Brebbia war der Ring lose, bei Sebastian's VAUEN.

    Tatsächlich habe ich 24 Stanwells, 13 VAUEN, 12 Petersons, 9 Rattray's. Also

    da geht noch was ;)Hab da auch noch zwei im Blick...

    Den quadratischen "Messingring" fand ich ja gerade so besonders an der Animus.


    Gruß


    Thorsten

    Vor lauter Lockdown kommt man kaum noch zum Atmen. Das liegt wohl auch daran, dass Arbeit immer noch

    ziemlich gut geht und auch genügend davon da ist. Der Ruhe(-Rauch)tag am Donnerstag wurde ja jetzt auch nix,

    dafür kann man sich ja auf der Arbeit nicht anstecken. Puh. Glück gehabt...


    Um mich ein wenig abzulenken, habe ich wieder meinen Blick über die zahlreichen Pfeifenseiten schweifen lassen

    und wurde von einem Objekt in den Bann gezogen, dem ich nicht wiederstehen konnte:



    Der Mastro de Paja Animus 2 Sand, einer italienischen Schönheit mit vielen schönen Features, denen ich mich nicht

    zu entziehen im Stande war. Eine Straight Billiard von zierlicher, aber ausdrucksstarker Gestalt. Der Holm in eckiger

    Form endet in einem Zier"ring" aus Messing, hatte ich noch nicht. Das "Fake"-Steckermundstück ist dann wieder

    rund und hat einen tollen breiten, aber nicht allzu dünnen Biss. Die Sandstrahlung ist einfach nur toll, finde ich.


    Die Pfeife bzw. der Kopf ist 50mm hoch und 37mm breit, wobei es sich nach oben hin leicht verjüngt. Fassen tut das

    Töpfchen 9cm³, also mittel, bei 20mm Lochweite und 39mm -tiefe. Mit 49g ist sie dazu noch leicht, bei einer Länge von

    142mm. Sie hat natürlich eine 9mm-Filterbohrung 8o Die Brennkammer ist nicht Teer-beschichtet^^


    Hier noch ein paar Bilder:





    Gruß


    Thorsten

    DTM


    THE MALLARD FLAKE

    – PLUS PERIQUE -



    Als ich mit dem Pfeiferauchen angefangen habe, war der DTM-Katalog so etwas wie die
    Bibel des Rauchgenusses für mich. Unglaublich gut aufgemacht, eigener Stil, eigene Marken
    und das noch frei Haus, einfach toll. Leider sind diese Zeiten vorbei, der Katalog ist
    Geschichte, Dan Tobacco zum Glück nicht. Dort werden weiterhin Jubiläen gefeiert und
    neue Tabakkreationen geschaffen. Eine dieser just neukreierten Mischungen kommt nun als
    Flake zu mir, wo ich ihn doch als Ready Rubbed kennen und schätzen lernte. Letzterer
    begeisterte mich mit einer sanften Ursprünglichkeit, der eine gewisse essigsaure Tomatigkeit
    innewohnte, von der man auch häufig in Verbindung mit McClelland-Tabaken hörte.
    Mit der Zeit wurde er mir ein wenig zu fad, ihm fehlte aus meiner Sicht ein wenig mehr
    Pepp. Genau diesem Problem haben sich die Meisterblender um Hr. Apitz angenommen und
    den Mallard mit einer Zugabe von Perique versetzt, meiner „Leibspeise“. Anschließend
    wurde noch auf das Aufrubbeln verzichtet und so findet das Stöffchen als Flake den Weg
    zum Endverraucher. „Mellow“ wurde dieser Erpel einstmals genannt, ist nicht mehr erlaubt,
    Sanftheit zieht halt die Kinder zur Nadel. Können wir drüberstehen…

    DTM sagen über ihren Tabak:

    „Als sanfter, süffiger Virginia Ready Rubbed Flake hat The Mallard seit seiner Einführung
    2007 viele Freunde gefunden. Jetzt haben wir der Komposition aus Zambia und Mysore
    noch eine gute Prise Perique hinzugegeben und das Ganze zu einem Flake gepresst.
    Freuen Sie sich auf einen vollmundigen Rauchgenuß!“


    Yummy, Beuteschema, musste gleich her. Bleibt zu hoffen, dass die „Prise Perique“ „gut“
    genug ist, um ihn mir „vollmundig“ zu machen.



    Tabakbild


    Der Flake kommt in einer der großen, flachen Runddosen von DTM, das Vakuum ist recht
    ordentlich drauf und entweicht dem Blechbehälter beim Öffnen mit dem Tschechen ohne
    große Schwierigkeit. Der Dose entweicht ein Virginia-orangiger Duft beim Öffnen, der mich
    an den Limerick Flake aus gleichem Hause erinnert. Macht Sinn, da ist die Zusammensetzung
    ähnlich. Mich schaut ein zusammengepresster Block Flakescheiben an, wobei die einzelnen
    hell- bis mittelbraunen Scheiben 5x6,5cm messen und etwas über 1mm hoch sind.



    Dan Tobacco benutzt eigentlich wenig bzw. keine Kleber, daher zerfallen ihre Flakes immer
    schon beim Angucken. Warum die einzelnen Scheiben dann mehr aneinander kleben als
    ihre Fasern, weiß ich auch nicht, ich kann sie nur vorsichtig mit dem Messer voneinander
    trennen.


    Der Tabak fühlt sich frisch aus der drei Monate alten Dose sehr trocken an, nichts klebt, ein
    wenig wie gepresster Hamsterstreu. Er kommt sofort in ein Glas, damit er nicht weiter leidet,
    wobei es sich zeigt, dass seine Feuchtigkeit im Optimalbereich liegt, obwohl er beim Handling
    sofort auseinanderbricht und zum Teil kleine Krümel hinterlässt.



    Pfeife 1


    Links Pfeife 3: BB&S Londoner 5579, Mitte Pfeife 2: Stanwell Featherweight 305, Rechts Pfeife 1: Peterson Donegal Rocky XL90


    Wie gesagt kratze ich vorsichtig mit dem Messer eine Flakescheibe vom Block und bin so im Stande,
    mit der Knick- und Falt-Methode 3,6g Tabak in die mittelgroße Peterson Donegal Rocky XL90,
    deren 9,5cm³ damit leicht gestopft sind, würde mehr rein gehen. Dem entsprechend ist der Zug sehr
    luftig. Feuer fängt er willig, da hilft wahrscheinlich die feine Faser, die nicht zu viel Feuchtigkeit
    enthält. Vom Start weg ein sehr natürlicher Geschmacknach heuigem Virginia, grad wie im
    Kaltgeruch. Der Perique hält sich im Geschmack dezent zurück. Zieht man kräftiger am Mundstück,
    fällt der Meerschaumfilter raus, nein, Quatsch, dann wird es bitter im hinteren Teil des Gaumens.
    Aber das muss ja nicht sein und langsam geraucht erschmeckt man eine unterschwellige Fruchtigkeit
    die mich aber eher an geschwefelte Aprikosen als an Dörrpflaume erinnert. Der Tabak bildet einen
    speicheltreibenden Überzug auf meiner Zunge, nicht schlimm, gibt es öfter. Er hat ein wenig
    Ähnlichkeit mit dem Flanagan von HU/DTM, ohne dessen orientalische Blumigkeit.
    Im Perique-Gehalt scheint er mir noch vor der Rattray’s Reihe Clunee – Gowrie -Hal liegen,
    zumindest was den PE-Geschmack angeht. Nach einer Viertelstunde gurgelt er etwas und geht aus,
    brennt aber gleich wieder. Die angesprochene Säure und „Tomatigkeit“ des Ready Rubbed Mallard
    kann ich nicht herausschmecken, ebenso kam er mir süßer vor. Er muss immer mal wieder neu
    angezündet werden, ohne an Geschmack zu verlieren oder dass dieser sich ändert. Nach einer
    Stunde bemerke ich, dass seine Nikotinstärke von vormalig mittel nun merklich ansteigt. Flott
    geraucht haut er schon gut rein. Trotz des Nachfeuerns bleibt er durchgehen zungenfreundlich,
    nichts zwickt oder brennt. Nach bereits ein einviertel Stunde ist Schluss, der Tabak wurde bis
    dahin immer stärker, das Nikotin spüre ich deutlich.



    Die Asche ist feinkörnig und hellgrau, unverbrannte Tabakreste sehe ich nicht, Pfeife und
    Filter trocken. Das schätze ich sehr an den DTM-Tabaken. In der Raumluft ist er eher
    unauffällig, Tabak mit leicht süß-fruchtiger Note.



    Pfeife 2


    Wie schlägt er sich in einer kleineren Pfeife? Um das herauszufinden, packe ich ihn in
    eine Stanwell Featherweight Sand 305, im Gegensatz zu Full Bent-Peterson eine kleine
    Straight Billiard mit gerade 7cm³. Da kriege ich dann auch nur 2,6g nach der
    Knick/Falt&Brösel-Methode rein, was in etwa einem 2/3-Flake entspricht. Er nimmt das
    Feuer wieder willig an und qualmt wieder säuerlich-fruchtig und heuig vor sich hin.
    Diese Säuerlich-/Bitterkeit erinnert mich an Orangensaft nach dem Zähneputzen
    (Nicht nachmachen!). Er hat wieder diese „Blutigkeit“ wie der Flanagan. Vor dem
    Ausgehen schmeckt man subtile Perique-Aomen. In der kleineren Pfeife scheinen seine
    Aromen mehr Spielraum zu haben. Nach 50 Minuten wird der Rauch merklich salziger,
    kann am Morgen aber auch die geforderte Zunge sein. Nach einer Stunde sagt die Asche
    beim Nachstopfen merklich zusammen und fünf Minuten später ist das Rauchopfer
    vorbei. Diesmal finde ich schon ein paar verkohlte Reststücke in der feinen Asche.
    In der kleineren Pfeife kommt er mir nicht so stark vor, gut mittel, doch Pfeife und Filter
    sind diesmal feuchter.


    Pfeife 3


    So zungenfreundlich wie er ist, traue ich mich auch an eine filterlose Pfeife ran. Da die
    kleine Pfeife schon etwas feucht war, wähle ich eine Canadian und bewaffne mich mit
    einem Pfeifenputzer. Die BB&S Londoner 5579 schluckt mit ihren 9,5cm³ ganze 4,3g
    Flake, also einen plus Gebrösel. Die entstehen auch beim Aufrubbeln ohne großen
    Kraftaufwand in Hülle und Fülle. Der Rest ist dann schon feiner Ribbon. Trotz festem
    Stopfen ist der Zug sehr leicht. Vom Start weg ist er viel nuancierter, meine Frau
    beschwert sich über die Tabakrauchwolke, die sie abartig findet. Kommt häufiger
    vor. Er erfordert aufgerubbelt häufiges „Nachstopfen“ der Asche und man darf sich
    nicht hinreißen lassen, zu kräftig an der Pfeife zu ziehen, sonst wird er heiß und
    scharf. Der „blutige“Mittelkörper ist filterlos ausgeprägter. Nach einer halben
    Stunde gurgelt er etwas und spuckt Kondensat in den Mund, was sich durch Einsatz
    des Putzers, Nachstopfen und neu Anfeuern beheben lässt. Dieser intensive, „blutige“
    Ton, der im Mittelpunkt steht, erinnert mich an Grünschnitt von Geranien mit hellen
    Malztönen. Nach über einer Stunde muss ich mich beim Ziehen sputen, um ihn am
    Brennen zu halten und damit er genügend Geschmack abgibt. Das Resultat dieser
    hektischen Rauchkultur sehe ich beim Ende der Pfeife nach knapp einer Stunde und
    50 Minuten: zur feinen Asche gesellt sich ein Anteil feuchten, unverbrannten Tabaks,
    hier wäre mehr drin gewesen. Erstaunlicherweise ist die Pfeife weder sonderlich
    feucht noch schmutzig, dies aber wahrscheinlich, weil der Pfeifenputzer während
    des Rauchverlaufes immer mal wieder durch den Holm ging.



    Resümee


    Mit 12,10€ für 50g ist der MALLARD FLAKE -PLUS PERIQUE – nicht gerade ein
    Schnapperl. Dafür bietet er einen sehr reinen Tabakgeschmack, dessen Nuancen man
    sich allerdings erarbeiten muss. Den Perique schmecke ich nicht als dominante Note
    heraus, er ist eher im Gesamtkonzept des Tabaks verwoben. Da hätte ich mir als
    Perique-Jünger mehr Würze/Aroma gewünscht. Also an die DDLNR kommt er nicht
    ran…


    Auch seine fragile Vorbereitung mit dem Messer und vorsichtigem Knicken und Falten
    macht ihn nicht sonderlich sympathisch, sollte aber auch niemanden abstoßen. Derzeit
    sieht es so aus, als würden sich die Scheibchen im Glas voneinander lösen.


    Mir hat er tatsächlich in der filterlosen Pfeife am Besten geschmeckt, da kommen viel
    mehr Aromen ins Spiel (und das bei mir als Meerschaumfilter-Raucher). Das er da
    nicht komplett verbrannt ist, lässt sich bestimmt mit ein wenig mehr Ruhe im Umgang
    mit dem Tabak ausbügeln. Es bleibt aber dabei, dass er schon etwas komplizierter
    ist, bei einem höheren Preis. Ich werde ihn nicht mehr kaufen, dafür habe ich
    schon zu viele Va/Pe-Schätzchen. Aber Artgenossen, die eher diese Mitteltöne
    bevorzugen, die auch beim Rattray’s Old Gowrie aufkommen, sollte dieser Tabak
    wärmstens ans Herz gelegt werden.



    Bewertung:


    Geschmacksintensität:  Laue Luft / Nett, aber dünn / Ausgeglichen / Dicht / Überwältigend


    Nicotin-Punch:                Cola / Milchkaffee / Schwarzer Tee / Doppelter Espresso / Kaffeeinstantpulver mit dem Suppenlöffel


    Aromatisierung:             Taschentuch unparfümiert / Frisch gewaschene Wäsche / Kuchen im Backofen / Duftbaum / Teermaschine


    Raumnote:                       Blümchen / Neue Ledergarnitur / Tabakfabrik / Wohnzimmer-Lagerfeuer / Scheidung


    Zungenaggressivität:    Glas Milch / Prickeln / kurzer Zungenstress / langzeitiger Zungenstress / kurzer Zungenbrand / langzeitiger Zungenbrand


    Empfehlung:                   Besser nicht probieren / Kann man probieren / Sollte man probieren / Muss man probieren / Wer nicht probiert ist selber schuld



    „Trust me. I´m the leading expert on my own opinion.”

    Hallo Pino,


    die Pfeife sah anfänglich wie eine Dublin aus, das passiert bei meinen Fotos auch schon mal,

    macht das Smartphone so, wenn man zu nah rankommt. Teitweise macht es aus Straight Pipes

    Bent ones. ^^

    Sehr schönes altes Teil, kannste mir schicken :D Ich bin mittlerweise recht eingeschossen auf

    Billiards. Nur P-Lip sollten sie nicht haben...


    Viel Spaß damit. Wenn sie sich gut raucht, ist es egal, wer sie wann gemacht hat, ob es ein Gnom

    oder Riese ist, der auf dem Holm sitzt, dann ist sie einfach nur guuut...


    Gruß


    Thorsten