Beiträge von TheStoneOfThor

    Mahlzeit,

    ich könnte jetzt mal die hier in den Ring werfen:

    Hab ich in letzter Zeit hier aber zu häufig gesehen...8o

    Schluss mit lustig, ich werfe dieses unmögliche, abgelederte Rauchholz in den Ring:

    Eine völlig überrauchte Peterson Sherlock Holmes Deerstalker, rustiziert und mit Fishtailmundstück,
    man kann auf dem Bild hier sehen, wie abgeknabbert sie den Weg zu mir gefunden hat:

    Die Rauchkammer ist auf extra-groß ausgebrannt. Würde sie gerne nochmal
    kaufen, denn sie smoked Latakia-Blends extrem gut, aber leider sehe ich die immer
    nur mit P-Lip-Mundstück..

    Gruß
    Thorsten


    p.s. Auf Grund des durchgebissenen Mundstücks habe ich die auch mal mit
    Gummiüberzieher geraucht. Fazit: Speichel sammelt sich darunter, wird ekelig
    und rutschig und ich habe Zahnschmerzen beim Beißen auf den Gummi
    gekriegt. Alle im Müll gelandet, geht auch so.

    Mahlzeit,

    die meisten Tabake, die ich nach dem Öffnen der Dose sofort in Gläser
    umfülle (man erinnere sich an meinen Wassertest zum Feuchteverlust),
    sind bedeutend feuchter als Zigarren im Humidor, die sich bei ~72% rLF
    recht pudelwohl fühlen. Dose auf, Teil in die Piepe, Rest ins Glas,
    Hygrothermometer dazu, normalerweise am nächsten Tag 75-80%!!!!

    Außer der Pesse Canoe Latakia 20, der war unter 70%, furztrocken und
    zerfiel nach Berührung zu kleinen Bröseln. Drei Humydrole, die die rLF
    zeitweise auf 80% erhöht haben, konnten nix dran ändern.

    Die DDLNRs, über 10 Jahre alt, aus der Dose pimpen die rLF teilweise auf
    86%!! Wird wohl am Propylenglykol liegen. Im Tabak ist jede Menge
    Benzoesäure-Zeugs, hält gut die Feuchte und verhindert Schimmel.
    Ich würde es mit einem kleinen Schälchen 50:50 Destwasser & Propylenglykol
    versuchen...

    Gruß

    Thorsten

    Hallöle,

    puh, dass Burley so ein Spalter ist...

    Rainer hattet schon recht gut auf den Punkt gebracht: Die Mischung macht's!
    HH Burley habe ich noch ne Menge da, den Solani Silver fand ich erst super,
    dann ging er mir irgendwie auf die Nerven wie eine alte Tapete.
    Den Amphora Burley fand ich schon ganz gut, aber für mich ist die #1:

    HU Tobacco Nyala -> Beste Grüße an Hans, toller Stoff...

    Gruß
    Thorsten

    p.s. Ich weiß, was Du meinst, Sven. Mir gefällt dieses strenge, quasi
    adstringierende Ende des HH so überhaupt nicht, aber Burleys
    Erd- und Kakao-Noten finde ich schon interessant. Muss nur gut
    gemacht sein und das Finale nicht sooo gradzisch

    Mahlzeit,

    ja, der Meermin ist schon ganz OK, aber eher süßer, leicht bissiger
    Virginia. Bei mir ist er in den selbstgestopften Zigaretten gelandet.

    Ich möchte aber bezweifeln, dass es der Calume Kiowa-Cut-Ersatz
    für Dich werden wird, dafür ist er zu sehr auf der VA-Seite des Lebens.

    Ich denke eher, wie Sven angeraten hatte, den Kentucky Bird,
    den Sweet Dublin Irish Whisky oder den Jock Scott Creamy Malt,
    bitte schlagt mich nicht :P

    Heute rauche ich die nicht mehr, aber in Punkto Aromat fand ich die
    damals ganz angenehm. Jetzt sind es bei mir auch die Kräuter-
    Seifen-Dinger aus Nordengland...

    Gruß
    Thorsten

    Hallo Sven,

    vielen Dank auch für dieses Review.
    Deine Erfahrung habe ich ebenfalls gemacht, dieser Tabak ist höchstens
    für Straßenasphaltbeschichtungsexperten gedacht, die die Geschmacksknospen
    abgehärtet und sowieso immer ein hohes Nikotin-Level haben.

    Für mich auf einer Linie mit den Hoggarth-Ropes (z.B. Sweet Rum Twist) oder dem
    ehemaligen Dunhill Royal Yacht. Bei denen habe ich große Couch-Affinität und
    Schweißausbrüche. Muss ich nicht haben.

    Gruß
    Thorsten

    „Latakiabomben“ (>50% Latakiaanteil)

    Hallo Sven,

    da muss ich doch wieder eine Lanze für die "afrikanischen" HU-Tabake brechen,
    da wird jeder Latakia- und/oder Orient-Freund mindestens einen Tabak für sich finden.
    Ich habe sie fast alle durch (der Karthoum steht hier noch verschlossen, kommt aber nach
    den drei Gladoras ran) und es wurde besser und besser und besser..
    ..und endete für mich beim Port/Sweet Latakia, der straight Latte ist, aber dabei
    weich, süß, mild.
    Aber diese extrem ätherische Würze des alten Syrers wird es wohl nicht mehr geben.

    Gruß
    Thorsten

    Hallo Hoesy,

    ich bin nicht wirklich Fan von der Form, aber was diese Pfeife so
    einzigartig macht, ist dieser Rest an Borke im Rand.
    Wie der Leberfleck auf dem Po einer schönen Frau.

    Dieser hier ist mir aber zu klein und doch zu ausladend 8o

    Aber sehr schöne Arbeit, viel Erfolg damit,
    vielleicht hat sie die Chance in good old Europe zu bleiben.

    Gruß
    Thorsten

    Hallo Rainer,

    bevor er vor einigen Jahren gänzlich aus dem Programm verschwand,
    meine eingelagerten Prügel gab es bis 2020, war er gut 25% günstiger
    als die Dosenware bei, für mich, keinem erschmeckbarem Unterschied.

    Damals hatte ich zwei Keulen für pro Stück (Taschentuch bereithalten)
    58€ gekauft. Kann schonmal fast doppelt so teuer werden in 5 Jahren...

    Der Original-Motzek wurde mir zwar immer wieder empfohlen, aber
    bei den neueren Auflagen wurde immer vor Schimmel gewarnt,
    so ist er nie bei mir eingezogen. Es kann sein, dass Sven (?) mir mal ein
    Stück geschickt hatte, scheint aber nicht so einen großen Eindruck
    hinterlassen zu haben.

    Alles egal, hab jetzt noch einen Prügel, 16 Dosen Peterson und 6 Dosen
    Dunhill, das sollte erstmal reichen...

    Gruß
    Thorsten

    Gud'n Morgen,

    ich habe letzte Woche nochmal die Gelegenheit genutzt, vor der
    jährlichen Preisanpassung dieses Geröll im Lager aufzustocken.
    Wie komme ich nur auf die Idee, dass es schon wieder teurer wird?

    Kann man auf der Heinrichs-Seite sehen, wo der Tabak bereits teuerer
    als bei z.B. Benden ist. Der Hammer des vergangenen Jahres ist für
    mich neben dem HU DC-Schock der Preis für den wieder aufgetauchten
    Heinrichs-Strang namens Curly Block, der nix anderes ist, als diese
    Rollies hier in ungeschnittener Form. Da hat die neue STG-Politik
    dazu geführt, dass er teurer ist, als die Peterson Coins:

    Peter Heinrichs Curly Block 275g - Edler Pfeifentabak
    Entdecken Sie unseren einzigartigen Pfeifentabak aus edlen Virginiasorten und Perique. Voller Geschmack, süße Noten und perfekte Reifung!
    www.peterheinrichs.de

    Also noch schnell 6 Dösen in Dödeldorf geordert...

    Gruß
    Thorsten

    Hallo Sven,

    ja, die McB-Rolls: ich habe sie alle durch und würde mich so freuen,
    wenn sie mir die Zunge nicht so in Streifen rösten würden. Der
    Dark Twist geht noch und beim Stockton nehme ich den Schmerz
    noch so in Kauf. Aber vor dem Club Blend und dem Roll Cake habe
    ich dann doch kapituliert ?(

    Gruß
    Thorsten

    Moin Rainer,

    bisher kam der Tabak bei mir eigentlich immer zu feucht an, aber ausgepackt
    und ins Glas gepackt trocknet der weg wie ´ne Blume im Zeitraffer.
    Ich mag den 20er ganz gern, der 40er war mir nicht ausgewogen genug,
    bzw. Latte straight forward, da nehme ich lieber was anderes.

    Die Verpackung ist aber schon ein Witz, und wenn die irgendwo im
    Regal liegen, werden, die f**ztrocken und fühlen sich an, als würden die
    zu Staub zerfallen.

    Auch der Schnitt ist sehr ungleichmäßig, da ist alles von 1-4mm Dicke dabei,
    teils auf einem Flake. Sieht aus, als hätte da einer mit dem Dolch vom Spieß
    geschnitten...

    Hypen würde ich ihn nicht, aber diese pudrige Konsistenz beim Trockenen
    erinnert mich schon an manche Lakelands, wie den Ennerdale, der auch gern
    im Glas vor sich hintrocknet.

    Gruß
    Thorsten

    Hallo Hoesy,

    Ich strahle mit Edelkorund.

    da erinnerst Du mich aber wieder einmal an die alten (und extrem hässlichen)
    Lorenzo-Pfeifen, die ich noch strahlen wollte. Liegen wohl auf der Arbeit im Schrank
    und ich habe die Zeit nicht gefunden. Da muss ich dann tätig werden, so freitags
    nach Schluss..
    Glas hatten wir auch, bisschen komisch hand zu haben. Ich hätte noch Walnussschale,
    aber irgendwann will ich auch mal nach Hause :P

    Gruß
    Thorsten

    HU Tobacco

    Gran Reserva Limitada 2 años

    Rocinante


    Hans Wiedemanns Kreationen stoßen nicht nur bei mir auf große Begeisterung,
    überrascht muss ich in letzter Zeit feststellen, dass immer mehr unserer
    amerikanischen Pfeifenfreunde die Blends des „deutschen Pease“ als ihren
    Lieblingstabak angeben. Gehört habe ich es jetzt schon öfter in den Podcasts
    der Pipes Magazine Radio Show oder aber auch in der Country Squire Radio
    Show, wobei letztere nun nicht mehr on air oder on wire ist…

    Muss ich mir da jetzt Gedanken machen? Ich hoffe nicht.
    Hans konzentriert sich nun mehr auf das Blenden und hat seine Vermarktung an
    Kopp weitergegeben, die auf Grund ihrer Unternehmensgröße besser mit den
    Vorschriften zur Nachverfolgung zurechtkommen und das Track & Trace-
    System wirtschaftlich stemmen können. Vor fünf Jahren hat er zusammen mit
    Thomas Nitsches von Kopp eine Serie auf von drei Tabaken entwickelt, deren
    ursprünglicher Charakter durch einen aufwendigen Reifeprozess derart verändert
    wurde, dass sie einem gealterten Tabak gleichkommen. Die Rede war da von einer
    Lagerung in einer Klimakammer mit erhöhter Temperatur und Luftfeuchtigkeit für
    zwei Jahre. Dass diese Tabake was teurer sind, kann man sich bei dem Aufwand
    vorstellen. Daher hatte ich sie nicht für mich in Betracht gezogen. Heute, fünf Jahre
    zwei Krisen und eine Zeitenwende später spielt der Unterschied kaum noch eine
    Rolle.

    Hans hat dieser Serie einen spanischen Touch verliehen, gemäß den bekannten
    Gran Reserva-Weinen, die die Krönung eines jeden Winzers auf der iberischen
    Halbinsel darstellen. Zwei Jahre gelten nun für einen Wein nicht als besonders alt,
    für einen Tabak kann es bei dieser Behandlung schon was ausmachen.
    Man kann sich vorstellen, dass in einem solchen Klima-Schränkle nicht unbegrenzt
    viel Tabak eingelagert werden kann, was den Zusatz limitada erklärt. Bei der
    Namensgebung ist er gleich in der Mancha geblieben und hat sich Miguel de
    Cervantes Überlieferung der tragischen Heldengeschichten des Don Quijote
    gewählt. Diesen Geschichten bin ich in meiner Kindheit in Form einer
    Zeichentrick-Serie gefolgt. Während meiner Zeit in Madrid war ich mit Frank von
    der Band Mägo de Oz zusammengekommen, einer in der spanisch-sprachigen Welt
    berühmten Folk-Metal-Band, die mit einer modernen Version der Leyenda de la Mancha
    1998 so richtig durchstarteten. War und bin ich ein Riesenfan von, auch
    wenn ich zugeben muss, dass das aus zwei Büchern mit über 1200 Seiten
    bestehende Werk von Cervantes bei mir im Regal verstaubt, da mich das
    darin verwendete Altspanisch hat aussteigen lassen.

    Nun hat man die Tabakwahl der Qual zwischen dem Rocinante, dem Cervantes
    und dem Sancho Panza. In der Jugend hatte ich ein umgebautes und
    selbstlackiertes Hollandrad, dass ich liebevoll nach erstgenanntem Tabak benannt
    hatte, da es das etwas klapprige Streitross des tragischen Helden war.
    Da der Name allein ja nicht Grund für diese Wahl gewesen sein kann, gibt
    sicherlich Hans Beschreibung einen zusätzlichen Hinweis:

    Der Rocinante besticht durch seine süßen Virginias, denen reichlich Burley und
    jeweils ein Hauch Perique und ein Hauch Kentucky beigemengt wurden. Diese
    sorgfältig ausgesuchte Mischung lagerte zwei Jahre im Klimaraum bis sie ihr
    abgerundetes Aroma entwickeln konnte. Der Rocinante überzeugt durch eine
    unglaubliche Weichheit, eine extreme Fülle, die keineswegs überbordend
    daherkommt, sondern sich in einem vollendetem Bouqet entlädt. Ein Bouqet, das in
    seiner Gänze glänzt, ein Bouquet, in dem es nur Teamplayer gibt. Teamplayer, die
    die perfekte Balance zwischen angenehmer Süße und nussiger Würze beherrschen.
    Samtigkeit und Fülle verleihen ihm Tiefe, statt Einheitsgeschmack. Der Rocinante
    überzeugt mit seinem wohl abgestimmten Geschmack bis zum letzten Zug.“

    Perique, Bouquet, Weichheit, da bleibt mir keine andere Wahl als den
    Burschen hier anzustechen.


    Tabakbild


    Nicht nur zwei Jahre im Kopp’schen Klimakasten, sondern auch noch zwei Jahre
    im Tabakschrank durfte diese wirklich edel von Alexander Broy gestaltete Dose
    auf das erste Tageslicht warten, sozusagen Reserve2. Da es eine Schande ist,
    das Design durch „Wenn Sie das rauchen, werden Ihnen die Genitalien verkümmern,
    Ihr Partner Sie verlassen und Ihre Kinder jung sterben.“-Aufkleber zu
    verschandeln, gibt es unter dem Deckel noch einen schicken Ableger des
    Dosenaufdrucks. Der Tabak ist mittelbraun, die helleren und dunkleren Stücke
    gleichen sich ansonsten gut aus. Er wurde fein geschnitten nach der Pressung
    hat teilweise noch bis zu 5cm längere Stücke, die aber beim Handling schnell
    auseinanderfallen. Zum Ausgleich findet man auch einen Anteil kleine Krümel.
    Der Tabak ist auf den Punkt optimal konditioniert.

    Aus der offenen Dose springt dem geneigten Rauchholzjünger ein sehr heuiger,
    leicht süßlicher Geruch mit einem etwas saurem Unterton entgegen, der etwas an
    Pipi-Harnstoff erinnert. Das ist typisch bei lang gelagerten Tabaken, das Nikotin
    zerfällt durch die magische Zutat Zeit zu Zucker und Ammoniak. In der Zigarren-
    industrie riecht es in den Naves, in denen die „Burros“, die Tabakstapel fermentiert
    werden, wie im Pferdestall, allerdings ohne den leckeren Latakia-Weihrauch…
    Ganz im Hintergrund bzw. nach Verfliegen der „Fermentationsgase“, nenne ich sie
    mal, kann man etwas erriechen, was mich tatsächlich an den eingetrockneten Rest
    in einer Rotweinflasche oder den Angels Share in einer Brennerei erinnert. Kann
    Fantasie sein, oder die Kombination des Periques mit dem Kentucky. Das Nussige
    oder Schokoladige des Burley kommt mir hier nicht unter, macht vielleicht die
    Süße aus.


    Ab in die Pfeife…


    Zu Stopfen ist der Tabak wirklich einfach, da er wie gesagt einmal zwischen den
    Fingern gerollt schön zerfällt, man muss nicht befürchten, dass irgendwo dickere
    Stücke Tabak rumblocken oder an der Wandung liegen. So kann man den Tabak
    stopfen wie man mag, ich probiere ihn in einem oder in Portionen einzubringen.


    Nummer

    1

    2

    3

    Marke

    Peterson

    Oldenkott

    Rattray‘s

    Bezeichnung

    Donegal Rocky XL90

    Corona 822

    Butcher’s Boy 22

    Typ

    Full Bent

    Quarter Bent Belgique

    Straight Tomato

    Volumen

    9,5 cm³

    10 cm³

    7 cm³

    mittleres

    mittleres

    kleineres

    Durchmesser

    20 mm

    19 mm

    21 mm

    Filter

    9 mm Meerschaum

    Ohne

    9 mm Meerschaum

    Tabakmenge

    3,4 g

    3,4 g

    2,9 g

    Packmethode

    1 „Rolle“

    Zwei Päckchen

    2x Reingelöffelt, locker obendrauf

    Nachfeuern

    1

    4

    1

    Abbrand

    gut

    OK

    flott

    Pfeifenkopf

    kühl

    heiß

    heiß

    Glimmdauer

    1 h 13 min

    1 h 14 min

    52 min

    ~ 26 min/g

    ~ 22 min/g

    ~ 18 min/g

    Kondensat

    wenig

    Etwas mehr

    Etwas mehr

    Durch die feine Struktur nimmt er das Feuer sehr gut an, kurz glattgestrichen,
    nachzünden und kurze Zeit später geht es los. Der Geschmack ist vom Start weg
    sehr vollmundig mit etwas Strenge, man schmeckt die Virginia-Basis, aber auf eine
    „britische“ Art, also weniger Heu, eher malzig. Ab und zu sticht geschmacklich der
    Burley hervor, den Perique schmecke ich eigentlich gar nicht. Er trägt mehr zum
    Gesamteindruck bei, etwas Süße und Muffigkeit. Der Kentucky würzt nur etwas
    und sorgt somit für eine Geschmacksfülle von leicht süß bis kernig britisch. Aber
    alles ohne extrem zu sein. Also kein Heu, kein Lagerfeuer, keine Schokolade, keine
    Rosinen, es ist eine Melange aus allen verwendeten Tabaken, die sich ergänzen.
    Nur wird der Geschmack ständig von einer leichten Bitterkeit, einer Strenge

    begleitet, die die Zunge tapeziert. Diese wird ansonsten maximal leicht gekitzelt,
    und das nur wenn man auf einen Filter verzichtet. Manchmal gibt es einen mandel-
    artigen Geschmack, den würde ich jetzt mal dem Burley andichten.



    Die Glut will gut umsorgt sein, sonst nimmt die Rauchdichte merklich ab. Die
    Asche ist sehr fein und reicht von weiß bis schwarz.
    Nach einem Viertel der Rauchdauer wird der Geschmack holzig mit Säure, ein Fest
    für Kentucky-Freunde, die es milder mögen. Sein Pflegebedürfnis lässt über den
    Rauchverlauf nach und er schmeckt satt holzig, für mich könnte er etwas süßer ein.


    Mit Filter ist er gut mittelstark, ohne Filter kann er zum Ende hin was stärker
    werden, finde ich. Da ist er auch was schärfer und so voll, dass er schon fast
    überladen wirkt. In der Raumluft verbreitet sich ein brotig warmer Geruch, der
    für den Pfeifenraucher angenehm ist und mehr Süße offeriert als es der Geschmack
    beim Rauchverlauf erwarten lässt.
    Am Ende bleibt eine feine, im Schnitt hellgraue Asche zurück, die von einer
    vollständigen Verbrennung des Tabaks zeugt, die Pfeife ist trocken und nicht
    sonderlich versifft.


    Resümee


    Der Rocinante vermittelt für mich in der Tat den Geschmack eines gealterten
    Tabaks. Wie ich auf so eine Hypothese komme? Ganz einfach, zeitgleich mit dem
    Streitross habe ich eine 15 Jahre alte Dose Hal O‘ The Wynd verraucht und viele
    Parallelen feststellen können, speziell was diese Komplexität und die begleitende
    Strenge angeht, die dieser Rattrays in der frischen Version durch Süße ersetzt.
    Qualitativ auf ganz hohem Niveau brauch sich niemand über die 16,90€ pro
    50g-Dose beschweren, mittlerweile geht die Spanne bei den Rauchkräutern ja
    in ungeahnte Höhen (Ja brauch man denn besonders viel Gas für die Produktion?
    Oder kommt das Zeuch aus der Ukraine? Schutzzölle?).

    Sein Abbrand ist sehr unterschiedlich, am besten schmeckte er mir mit Filter in der
    Peterson, locker im Mundwinkel vor sich hin glimmend. Kleine Schnapperl in der
    Filterlosen führten zum Nachfeuerwerk. Schneller geraucht schmeckt er auch, dann
    gehen aber die süßeren Nuancen gänzlich verloren und er ist schnell abgebrannt.

    In der „Schlachterjung“, flach und breit, war er ein Rohrkrepierer.
    Empfehlen kann ich ihn allen Rauchern, die gerne das etwas Strengere mögen und
    eine „smoothe“ Ergänzung zu Kentucky-forward Blends wie zum Beispiel den
    Dark Moor mit hoher Komplexität suchen. Mir persönlich hat er zu wenig Perique,
    es könnte mir fruchtiger und süßer sein und so bleibe ich eher bei meinen
    eingelagerten Dosen vom HOTW, dem Marlin Flake oder dem Brown Clunee.


    Bewertung:


    Geschmacksintensität: Laue Luft / Nett, aber dünn / Ausgeglichen / Dicht / Überwältigend

    Nicotin-Punch: Cola / Milchkaffee / Schwarzer Tee / Doppelter Espresso / Kaffeeinstantpulver mit dem Suppenlöffel

    Aromatisierung: Taschentuch unparfümiert / Frisch gewaschene Wäsche / Kuchen im Backofen / Duftbaum / Teermaschine

    Raumnote: Blümchen / Neue Ledergarnitur / Tabakfabrik / Wohnzimmer-Lagerfeuer / Scheidung

    Zungenaggressivität: Glas Milch / Prickeln/kurzer Zungenstress / langzeitiger Zungenstress / kurzer Zungenbrand / langzeitiger Zungenbrand

    Empfehlung: Besser nicht probieren / Kann man probieren / Sollte man probieren / Muss man probieren / Wer nicht probiert ist selber schuld

    HU Tobacco

    Pipe Enthusiasts Germany

    Dark Sea

    Manchmal rauche ich schon mal gerne einen stärkeren Tobak, gerade wenn ich
    draußen unterwegs bin, eine steife Brise weht, es grau und kalt ist. Latakia geht da
    für mich eigentlich immer, ansonsten muss es schon ein kräftiger Virginia-Perique-
    Hammer sein, dessen Kreiselwirkung auf den Geist durch die Bewegung an der
    frischen Luft abgemildert wird.

    Da hat der Hans Wiedemann, ich glaube im Jahr 2022, so einen Outdoor-Tabak für
    die Pipe Enthusiasts Germany-Reihe herausgebracht, der auch der Night Owl und
    der Dark Moor angehören. Letzterer hat sich bei mir nicht durchsetzen können,
    aber HU und Seemannsgarn – da bin ich dabei…

    „Der „Dark Sea“ Seemannsblend basiert auf Ready Rubbed Virginias,
    Kentuckytabaken, Burley, Perique und einem Hauch Latakia Tabak.
    Abgeschmeckt wurde der Blend mit Rum und einem Anis Aroma, was seinen
    natürlichen Charakter unterstreicht und ihm einen maritimen Touch verleiht.
    Der „Dark Sea“ ist kein Leichtgewicht, das wäre ein Verrat an der Idee.
    Es handelt sich um einen Tabak mit präsenter Stärke und pfiffigem Aromenspiel
    und zeigt so das Seemannsleben von seiner schönsten Seite.
    Heuern Sie also an auf dem Schiff Richtung Abenteuer.“


    Tabakbild

    Dann legen wir mal ab: Der Blend besteht in erster Linie aus mittelbraunen Ready
    Rubbed Tabaken mit wenigen hellgelben Spitzen, die ich einem Virginia zuweisen
    würde. Einige größere Flake-Stücke durchziehen die Mischung, mir scheint, dass
    es sich hier um nicht gänzlich aufgerubbeltes Material handelt.

    Wer hat denn da geschludert, könnte man meinen? Ich mag sowas, da sieht man die
    Kunst des Pfeifentabakmischens. So ähnlich wie ein schrubbeliger Esstisch aus Naturborke
    gegenüber Ikea Ekedalen aus Pressspan. Dann kann ich auch „Meine Mischung“ rauchen….
    Der Griff in die Dose zeigt, dass der Tabak auf den Punkt konditioniert ist. Also ab
    ins Glas, von hier an kann es nur bergab gehen. Der Rüssel im Glas detektiert einen
    kernigen Dark Fired-Geruch mit einer Spitze Anis, der Rum ist nicht direkt zu
    erschnüffeln, vielleicht ist es diese leichte Süße, die die Komponenten miteinander
    verschmelzen lässt. Insgesamt erinnert mich die Saucierung an die aromatisierten
    Tabake der Graf Adolf-Reihe, die ersten, die ich mir vor zig Jahren bei Pfeifen
    Schmitz in Düsseldorf gekauft hatte. Sowas Richtung „Scottisch Mixture“ oder so
    war es gewesen.
    So, Nase in den Wind, klar zur Halse, Aye…

    Ab in die Pfeife…

    Der Blend ist nicht kompliziert zu stopfen, es kann sich aber empfehlen, ihn
    komplett aufzurubbeln, gerade wenn man ihn in den Kopf „dritteln“ will.
    Ich bevorzuge es, ihn so zu lassen wie er ist und das Wechselspiel der
    Komponenten zu genießen, dafür zünde ich dann lieber was häufiger nach.

    Da er nicht übermäßig feucht oder gepresst ist, nimmt er das Feuer sehr willig
    an und dichten, vollen Rauch ab, der klar Kentucky-geprägt ist und wesentlich
    sanfter ausfällt, wenn er mit Filter geraucht wird. Die Aromatisierung ist eher im
    Nachgang beim Ausatmen zu erschmecken und hält sich sehr im Hintergrund.


    Dabei bildet sich im Rauchverlauf ein zunehmender bitterer Nachgeschmack im
    Mund. Filterlos ist der Geschmack sehr kräftig, ledrig-pfeffrig mit leichten
    Holznoten und beißt etwas in die Zungenspitze und-flanken. Der Abbrand ist ganz
    ordentlich, mit Filter rauche ich ihn lieber was heißer, was er sowieso gern tut.
    Dann brennt er gleichmäßiger und geht bei regelmäßigem Nachstopfen auch nicht
    aus.

    Nummer

    1

    2

    3

    Marke

    Bentley Pipemaster Former’s Design

    Lorenzo

    Mastro de Paja

    Bezeichnung

    Royal Rustic
    6-0.04

    Spitfire 33

    Animus 03 Sand

    Typ

    Windsor Standup

    Paneled Half Bent Apple

    Half Bent Dublin

    Volumen

    9,5 cm³

    10,5 cm³

    11,5 cm³

    mittleres

    Gut mittleres

    größeres

    Durchmesser

    20 mm

    20 mm

    20 mm

    Filter

    Ohne

    9 mm Meerschaum

    9 mm Meerschaum

    Tabakmenge

    3,4 g

    3,8 g

    4,0 g

    Packmethode

    1 „Rolle“ mit Gebrösel

    Drittel-Methode

    Drittel-Methode

    Nachfeuern

    3

    1

    3

    Abbrand

    OK

    Gut

    OK

    Pfeifenkopf

    heiß

    heiß

    heiß

    Glimmdauer

    1 h 28 min

    1 h 16 min

    1 h 28 min

    ~ 26 min/g

    ~ 20 min/g

    ~ 22 min/g

    Kondensat

    wenig

    normal

    normal

    Im letzten Drittel reagiert er etwas allergisch auf zu intensives Nachstopfen und
    quittiert dann den Dienst. Wenn der intensive Geschmack, der filterlos wesentlich
    holziger daherkommt, nachlässt, ist es ein untrügliches Zeichen dafür, den
    Pfeifenstopfer vorsichtig über die Glut zu streichen und die Asche zu sortieren.
    Insgesamt eher linear geht er holzig, stark und gutmütig zu Ende, ohne Filter wie
    so häufig mit unverbranntem Dottel am Boden der Bohrung. Aber auch mit Filter
    lässt sich in der halb hell-, sonst dunkelgrauen und zum Teil feinperligen Asche
    etwas verkohlte und sogar gänzlich unverbrannte Tabakreste finden. Aber nichts
    dramatisches, liegt die sehr von der Stopftechnik und der Kadenz abhängige
    Rauchdauer im Normalbereich.


    Resümee

    Ich muss zugeben, dass ich mich sehr auf den „Dark Sea“ gefreut hatte, den es
    auch heute, drei Jahre und eine Unternehmensumstrukturierung später, noch für
    14,40€ die 50g-Dose zu erstehen gibt. Die Freude war so groß, dass ich schon
    einige Pfeifen davon geraucht hatte, bevor ich dieses Review in Angriff nahm.
    Ich erinnere mich an die erste, eine handmade Stanwell 11, die ich bei diesigem
    Wetter hervorragend fand, da nach Öffnen der Dose die Aromatisierung viel
    stärker mitgespielt hat. Je länger die Dose offen bzw. der Tabak im Glas abhängt,
    umso flüchtiger wird diese beim Rauchen. Eigentlich ein „Naturnaher“, finde ich
    es sehr schade, denn das Zusammenspiel war top. Ich konnte es aber mit jeder
    Pfeife (über einen Monat!) immer weniger herausschmecken. Diese erste Pfeife
    war damit der beste Smoke, den ich aus dem Tabak generieren konnte. Er ist schon
    recht kräftig, der Magen kann einem schon mal flau werden, damit passt er in die
    Reihe. Die Raumluft ist schwer gewöhnungsbedürftig schwer und leicht süßlich
    und stößt nicht unbedingt auf viel Gegenliebe, eben ein kerniger Ourtdoor-Tabak.
    Für Kentucky-Raucher ohne Abneigung gegen eine leichte Saucierung sicherlich
    ein „Must Try“, ist er für mich gegenüber den „Salty Dogs“ von DTM ein zweiter
    Sieger und geht mit mir nicht auf große Fahrt, ahrg…

    Bewertung:


    Geschmacksintensität: Laue Luft / Nett, aber dünn / Ausgeglichen / Dicht / Überwältigend

    Nicotin-Punch: Cola / Milchkaffee / Schwarzer Tee / Doppelter Espresso / Kaffeeinstantpulver mit dem Suppenlöffel

    Aromatisierung: Taschentuch unparfümiert / Frisch gewaschene Wäsche / Kuchen im Backofen / Duftbaum / Teermaschine

    Raumnote: Blümchen / Neue Ledergarnitur / Tabakfabrik / Wohnzimmer-Lagerfeuer / Scheidung

    Zungenaggressivität: Glas Milch / Prickeln / kurzer Zungenstress / langzeitiger Zungenstress / kurzer Zungenbrand / langzeitiger Zungenbrand

    Empfehlung: Besser nicht probieren / Kann man probieren / Sollte man probieren / Muss man probieren / Wer nicht probiert ist selber schuld

    Gud´n Abend,

    es gibt bei Cigarworld aktuell im Newsletter eine Liste von Mac Baren Tabake, die gestrichen werden sollen.

    besten Dank für die Info, Sebas, ist mir beim Lesen selbiger wohl durchgegangen. Hier noch der Link:

    Vorläufige Streichliste von Mac Baren Pfeifentabak-Produkten auf dem deutschen Markt seitens der Scandinavian Tobacco Group | CIGARWORLD Blog

    Gruß

    Thorsten

    p.s. Ich fände es gut, wenn die Curlys erhalten blieben, die sind was Besonderes, auch wenn ich mir
    nur den Stockton genehmige. Aber die liste ist vom Januar, da kann sich noch viiel tun...